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Neue Sonntagszeitung in Wien: "Presse am Sonntag"


Auch in Zeiten der vielbeschworenen Krise der Printmedien gibt es noch
Verlagshäuser, die neue Zeitungsprodukte vorstellen:

Die traditionsreiche Österreichische "Presse" ( www.diepresse.at )
erscheint seit dem 15. März mit einer neu entworfenen "Presse am
Sonntag".

"Nach Einbussen der Tageszeitung bei Auflage und
Werbeeinnahmen stellte sich für die Verlagsleitung die Frage:
Personalabbau oder das Wagnis eines Schritts nach vorn einzugehen und
eine Sonntagszeitung herauszugeben", erläuterte Helge Schalk, der Art
Director der "Presse" auf einer Vorabpräsentation beim Stammtisch von
SND/DACH in Wien am Freitag. "A Bisserl was geht immer noch", zitierte
er seinen Chefredaktor Michael Fleischhacker, um die Motivation dafür
zu erklären, mit ein und der selben Mannschaft ein zusätzliches Blatt
am Sonntag herauszubringen. Das plakatierte Motto "Rettet den Sonntag"
soll wohl auch als Signal für die Rettung der Tagespresse gelten.

Beim Layout wurde dabei auf grosse Design-Experimente verzichtet, um
die Stammleserschaft des traditionsreichen Blatts nicht zu vergrämen.
Die bewährte Typografie aus der Utopiafamilie wurde recycled und in
Nuancen auch für die Titelschriften eingesetzt. Lediglich das
Farbkonzept, verbunden mit einem neunspaltigen Satzspiegel (daraus
werden vier Spalten mit Rand- oder Wechselspalte), setzt gestalterisch
neue Akzente. Doch auch inhaltlich soll die neue "Presse am Sonntag"
mit einem Rhythmus von wenigen langen Themen im Wechsel mit mehreren
Kurzartikeln auf Lesegewohnheiten am Wochenende eingehen. Insgesamt
werden 11 Bücher (+Immobilien und Stellenanzeiger) mit verschiedenen
Leitfarben gedruckt. Bei der Gewichtung der Teile wurde auch auf
Ergebnisse einer Readerscanstudie zurückgegriffen. Die Titelseite
bleibt monothematisch, mit einem grossformatigen unabhängigen
Bildthema.

Eine Spezialität Wiens: Die neue Sonntagszeitung wird grossenteils
quasi kostenlos in Zeitungstaschen im Stadtgebiet oder per (Kombi-)Abo
erhältlich sein.

Joseph Dreier