Bericht vom April-Stammtisch in Berlin

Herbert Manthei hat es nicht leicht an diesem Abend. Animationen in PowerPoint – das geht gar nicht für Viele, weniger ist schließlich meistens mehr. Er weiß um die kontroversen Sichtweisen, räumt ein, dass natürlich jeder seine eigene Meinung hat, dass Manches Geschmacksache ist. Dennoch spürt man seine Begeisterung, seinen Wunsch durch gute und gut eingesetzte Animationen zu überzeugen und dass ihn keiner davon abhalten wird, in seinen PowerPoint-Präsentationen Animationen zu verwenden. Ja, dass es Folien gibt, die Animation unbedingt benötigen.

Für und Wider

+ interessanter schrittweiser Aufbau möglich
+ Spannung kann effektvoll erzeugt werden
+ abwechslungsreiche Gestaltung
+ Überraschung durch Effekte
+ Laserpointer wird ersetzt

- zu viele Effekte lenken ab
- unnötige Spielereien
- Zuschauer sieht nicht alles auf einmal
- wird oft unpassend eingesetzt

 

Herbert Manthei sieht den Wert einer PowerPoint-Präsentation gerade in der Möglichkeit, Bewegung darzustellen. Ihm ist bewusst, dass Animation kein Selbstzweck ist, sondern inhaltlich passend eingesetzt werden muss. Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten sieht er u. a. bei Prozessbeschreibungen, bei wissenschaftlichen Darstellungen, beim Markieren und beim Triggern.
Hierfür hat er Beispiele parat. Er zeigt Tortendiagramme, die sich fächerähnlich entfalten, zeigt Darstellungen von Prozessbeschreibungen, die den Prozess unterhaltsam und schrittweise darstellen. Komplex aufgebaute Folien, die für den Betrachter nur mühsam zu entschlüsseln sind, werden durch seine Animationen in Einzelteile zerlegt und Stück für Stück zusammengefügt. Der Betrachter wird an die Hand genommen und der Vortragende hat die Möglichkeit, sein Publikum durch die Grafik zu führen und nicht dadurch zu verlieren, dass es allein die Folie entschlüsselt und nicht mehr zuhört. Herbert Manthei sieht sich, durch seine Art Animationen in PowerPoint-Präsentationen einzusetzen, in der Lage. die Aufmerksamkeit seines Publikums zu erhalten und einen besseren Kontakt herzustellen.
Man merkt, dass Herbert Manthei große Freude hat, aus PowerPoint Möglichkeiten der Animation "herauszukitzeln", die die meisten so noch nicht genutzt haben. Aber dies benötigt Zeit, die Viele nicht zusätzlich in die Erstellung eines PowerPoint-Vortrags investieren würden. Eine Lösung zur Zeitersparnis ist für ihn MORPH. MORPH ist eine Möglichkeit, in PowerPoint den Übergang zweier Folien zu gestalten. Der Effekt ist der einer Animation, es ist aber keine echte Animation und es ist viel weniger aufwändig. Da der MORPH-Übergang jedoch kostenpflichtig ist, ist das Publikum eher skeptisch. Zudem ist die Art, wie in MORPH ein Objekt an einen anderen Ort bewegt wird, nicht im Detail steuerbar. Der Anwender ist gezwungen, sich mit Vorgegebenem zu arrangieren.

Vom Publikum wird noch angemerkt, das sich vorgetragener Text und Folien nicht decken dürfen, sondern sich ergänzen sollen. Es gibt sicherlich unterschiedliche Wege zu einem guten PowerPoint-Vortrag. PowerPoint-Präsentationen können gut und schlecht sein, mit und ohne Animation.

Claudia Heise